1. Einführung in AC-Antriebe (Frequenzumrichter) Im Bereich der modernen industriellen Steuerung und......
LESEN SIE MEHREin Niederspannungs-Frequenzumrichter (VFD) ist ein wichtiges elektronisches Leistungsgerät, das zur Steuerung der Drehzahl und des Drehmoments von Wechselstrommotoren durch Variation der Frequenz und Spannung des zugeführten Stroms verwendet wird. Diese Antriebe arbeiten typischerweise bei Spannungen unter 600 V und wandeln einen Wechselstromeingang mit fester Frequenz über eine Gleichrichterbrücke in eine Gleichstrombusspannung um, filtern das Signal durch eine Kondensatorbank und wandeln es dann wieder in einen pulsweitenmodulierten (PWM) Wechselstromausgang um. Diese präzise Steuerung ermöglicht erhebliche Energieeinsparungen, insbesondere bei Zentrifugalanwendungen wie Pumpen und Lüftern, bei denen der Stromverbrauch proportional zur dritten Potenz der Drehzahl ist.
Über die einfache Geschwindigkeitsanpassung hinaus verfügen moderne Niederspannungs-Frequenzumrichter über ausgefeilte Steuerungsalgorithmen wie sensorlose Vektorsteuerung und Permanentmagnet-Motorsteuerung. Diese Technologien ermöglichen es dem Antrieb, auch bei niedrigen Drehzahlen ein hohes Drehmoment beizubehalten, was zu einer besseren dynamischen Reaktion und Präzision als herkömmliche Querstarter führt. Durch die Reduzierung des Einschaltstroms beim Motorstart minimiert der VFD auch die mechanische Belastung von Riemen, Zahnrädern und Lagern und verlängert so effektiv die Lebensdauer des gesamten Antriebsstrangs.
Bei der Auswahl eines Antriebs ist es wichtig, die Eingangsspannung (normalerweise 230 V, 460 V oder 575 V) und die Volllaststromstärke (FLA) des Motors aufeinander abzustimmen. Es ist ein häufiger Fehler, die Dimensionierung eines Frequenzumrichters ausschließlich auf Basis der PS-Leistung vorzunehmen. Allerdings ist der Nennstrom der eigentliche begrenzende Faktor für die Leistungskomponenten des Antriebs. Für Anwendungen mit schweren Anlaufzyklen ist ein Antrieb mit einer höheren Überlastfähigkeit – häufig 150 % für 60 Sekunden – erforderlich, um Fehlauslösungen bei hohen Drehmomentanforderungen zu verhindern.
Die Umgebung, in der der VFD betrieben wird, bestimmt die erforderliche NEMA- oder IP-Einstufung. In sauberen, klimatisierten Räumen kann ein IP20-Gehäuse (Open Type) ausreichend sein. In Industrieumgebungen, die Staub, Feuchtigkeit oder Chemikalien ausgesetzt sind, sind jedoch IP54- oder NEMA 12-Gehäuse erforderlich, um die empfindliche interne Elektronik zu schützen. Um eine Leistungsminderung des Laufwerks aufgrund eines Anstiegs der Umgebungstemperatur zu verhindern, muss ein ordnungsgemäßes Wärmemanagement wie Kühlkörper oder externe Kühlventilatoren in Betracht gezogen werden.
Die Wahl der Steuerlogik bestimmt, wie der Antrieb mit Lastschwankungen und Geschwindigkeitsgenauigkeit umgeht. Die folgende Tabelle fasst die am häufigsten in Niederspannungsantrieben verwendeten Methoden zusammen:
| Kontrollmethode | Bester Anwendungsfall | Genauigkeit |
| V/f (Volt pro Hertz) | Allzweckventilatoren und -pumpen | Niedrig bis mittel |
| Open-Loop-Vektor | Förderer, Extruder, Mischer | Hoch |
| Closed-Loop-Vektor | Kräne, Hebezeuge, hochpräzise CNC | Hochest (with Encoder) |
Erfolgreiche Installation von a Niederspannungs-Frequenzumrichter erfordert sorgfältige Beachtung elektromagnetischer Störungen (EMI) und der Stromqualität. Hochfrequentes Schalten kann harmonische Verzerrungen zurück in das Stromnetz induzieren oder reflektierte Wellenphänomene verursachen, die die Motorisolierung beschädigen können, insbesondere bei langen Kabelstrecken. Um diese Risiken zu mindern, sollten Ingenieure die folgenden Strategien umsetzen:
Die neueste Generation von Niederspannungs-Frequenzumrichtern geht über die einfache Motorsteuerung hinaus und fungiert als Edge-Computing-Gerät für das industrielle Internet der Dinge (IIoT). Diese Antriebe sind mit integrierten Kommunikationsprotokollen wie EtherNet/IP, Profinet und Modbus TCP ausgestattet, die ein Echtzeit-Datenstreaming an zentrale Steuerungssysteme ermöglichen. Mithilfe vorausschauender Wartungsfunktionen kann der VFD nun seine eigene Innentemperatur, den Zustand des Lüfters und den Kondensatorverschleiß sowie externe Faktoren wie Motorvibrationen und Lastprofiländerungen überwachen. Durch die Analyse dieser Datenpunkte können Einrichtungen von einer reaktiven zu einer proaktiven Wartung übergehen, wodurch ungeplante Ausfallzeiten erheblich reduziert und die Gesamtbetriebskosten optimiert werden.