1. Einführung in AC-Antriebe (Frequenzumrichter) Im Bereich der modernen industriellen Steuerung und......
LESEN SIE MEHRMittelspannungs-Softstarter (MV) sind für den Anlauf von Hochleistungs-Wechselstrommotoren konzipiert, die typischerweise im Bereich von 2,3 kV bis 15 kV betrieben werden. Im Gegensatz zu herkömmlichen Querstartern, die den Motor einem massiven Einschaltstrom aussetzen – oft dem Sechs- bis Achtfachen des Nennstroms – verwendet der MV-Softstarter siliziumgesteuerte Gleichrichter (SCRs), um die Spannung schrittweise zu erhöhen. Durch die Steuerung des Zündwinkels dieser SCRs sorgt das Gerät für einen sanften, linearen Anstieg von Drehmoment und Drehzahl. Diese präzise Regelung schützt nicht nur das Stromnetz vor Spannungseinbrüchen, sondern mildert auch den mechanischen „Hammereffekt“ auf Kupplungen und Getriebe.
Eine kritische Komponente des MV-Softstarters ist die Isolierung zwischen dem Hochspannungs-Leistungsteil und der Niederspannungs-Steuerschaltung. Die meisten modernen Geräte verwenden Glasfasersignale zum Auslösen der SCRs und stellen so sicher, dass die Steuerelektronik vollständig von Mittelspannungsspitzen und Rauschen entkoppelt ist. Diese architektonische Wahl ist für die Langlebigkeit der Ausrüstung und die Bedienersicherheit in schweren Industrieumgebungen wie Bergbau, Wasseraufbereitung sowie Öl- und Gasverarbeitung von entscheidender Bedeutung.
Um zu verstehen, warum Softstarter anderen Methoden vorgezogen werden, ist ein Vergleich der Leistungsmerkmale erforderlich. Während Frequenzumrichter (VFDs) eine kontinuierliche Drehzahlregelung bieten, ist der Softstarter häufig die kostengünstigere und robustere Lösung für Anwendungen, die einen Betrieb mit konstanter Drehzahl erfordern, sobald der Motor seine Nenngeschwindigkeit erreicht hat.
| Startmethode | Einschaltstrom | Mechanischer Stress | Kosteneffizienz |
| Direkt-Online (DOL) | 600-800 % | Sehr hoch | Niedrige Anschaffungskosten |
| Autotransformator | 300-400 % | Mäßig | Hoher Platzbedarf |
| MV-Softstarter | 100–400 % (einstellbar) | Niedrig | Hoher ROI |
Über das bloße Starten des Motors hinaus Mittelspannungs-Sanftstarter als umfassender Schutzknotenpunkt fungieren. Sie überwachen verschiedene elektrische Parameter in Echtzeit, um einen katastrophalen Motorausfall zu verhindern. Zu den gängigen Schutzalgorithmen gehören:
Eine der wertvollsten praktischen Eigenschaften eines MV-Softstarters ist die „Softstopp“-Fähigkeit. Bei Pumpenanwendungen kann das plötzliche Anhalten eines Motors mit hohem Durchfluss einen „Wasserschlag“ verursachen, der zu massiven Druckstößen führt, die zum Platzen von Rohren führen können. Der Softstarter reduziert die Spannung am Ende eines Zyklus schrittweise, sodass die Flüssigkeitsgeschwindigkeit langsam und sicher sinken kann, was die Wartungskosten für die Rohrleitungsinfrastruktur erheblich senkt.
Der physische Einsatz eines Mittelspannungs-Softstarters erfordert eine sorgfältige Planung hinsichtlich des Wärmemanagements. Obwohl die SCRs hocheffizient sind, erzeugen sie während der Hochlaufphase Wärme. Aus diesem Grund verfügen viele MV-Softstarter über ein integriertes Bypass-Schütz. Sobald der Motor die volle Drehzahl erreicht, schließt das Bypass-Schütz, sodass der Strom durch einen mechanischen Schalter und nicht durch die SCRs fließen kann. Dadurch wird die Wärmeentwicklung im stationären Betrieb eliminiert und die Lebensdauer der Leistungselektronik verlängert.
Bei der Gehäusekonstruktion müssen auch die Sicherheit vor Lichtbögen und die Umgebungsbedingungen berücksichtigt werden. In Branchen wie der Zementindustrie oder dem Bergbau kann die Luft mit leitfähigem Staub gefüllt sein. Fortschrittliche Softstarter nutzen abgedichtete Schränke mit speziellen Kühlkanälen oder Wärmetauschern, um sicherzustellen, dass die Mittelspannungskomponenten sauber und trocken bleiben und Kriechströme oder Überschläge über die Isolationsbarrieren hinweg verhindert werden.
Bei der Spezifikation eines Mittelspannungs-Softstarters ist es wichtig, über die einfache Nennleistung des Motors hinaus zu blicken. Designer sollten die folgenden technischen Spezifikationen bewerten, um die Systemkompatibilität sicherzustellen: